Es war lange still um mich – zumindest musikalisch. Mein letztes Konzert liegt inzwischen über drei Jahre zurück. Es fand damals in der Genussgärtnerei statt und es war eine Zeit in meinem Leben, in der ich die Musik einmal loslassen musste.
Ich wollte herausfinden, ob sie wirklich noch zu mir gehört. Denn seit ich 13 Jahre alt bin, begleiten mich Konzerte: Ich habe sie organisiert, Klavier gespielt, neue Stücke geschrieben und immer wieder diese besondere Mischung aus Vorfreude und Aufregung erlebt. Doch irgendwann wurde die Aufregung vor den Konzerten immer größer. Und nach den Konzerten fiel ich oft in ein tiefes Loch. Ich wollte diesen Kreislauf einmal durchbrechen.
Also zog ich mich zurück. In den vergangenen Jahren habe ich es sehr genossen, in meinem Selbstversorgergarten zu versinken, Gemüse anzubauen, mit den Händen in der Erde zu arbeiten und mich nicht ständig mit Musik beschäftigen zu müssen. Mein Klavier stand derweil oft still. Fast zwei Jahre habe ich es kaum angerührt. Manchmal habe ich nur den Deckel geöffnet, hineingeschaut und es dann wieder geschlossen. Doch ganz verschwunden war die Musik nie. Gerade in den Wintermonaten entstanden immer wieder neue Stücke. Irgendwie hatte mein Klavier immer einen kleinen Platz in meinem Kopf behalten und mich nie ganz losgelassen.
Eine Freundin sagte einmal zu mir: „Wenn man seiner Bestimmung nicht folgt, wird man krank.“ Ob man das so unterschreiben kann, weiß ich nicht. Aber ich glaube, dass manche Dinge einfach zu einem gehören. Für mich ist das meine Familie, der Garten – und eben auch die Musik. Und so entstand irgendwann der Gedanke: Vielleicht ist es Zeit für ein neues Konzert. Aber wenn, dann sollte es ein besonderer Ort sein.
Ich überlegte lange, wo dieser Ort sein könnte. Bis ich eines Tages wieder bei Michael in der Rösterei Schuler einen Espresso trank und wir ins Gespräch kamen. Die Rösterei Schuler ist für mich ein ganz besonderer Platz. Ich habe dort viel Zeit verbracht, während ich auf meine Tochter gewartet habe, Kaffee getrunken, mich mit der Belegschaft unterhalten und immer wieder interessante, freundliche Menschen getroffen.
Schon 2019 durfte ich dort ein Klavierkonzert spielen – ein Abend, der mir bis heute in sehr schöner Erinnerung geblieben ist. Als wir über das 10-jährige Jubiläum der Rösterei sprachen, entstand plötzlich eine Idee: Warum nicht im Oktober wieder ein Konzert dort veranstalten? Aus einem leisen Gedanken wurde ein Plan. Und aus diesem Plan wird nun Wirklichkeit.
Am 24. Oktober 2026 werde ich in der Rösterei alte und neue Klavierstücke vorstellen und außerdem einige Passagen aus meinem Roman „Mara“ lesen, der ebenfalls 2019 entstanden ist. Ich wünsche mir, dass es ein besonderer Abend wird – ein Abend mit Musik, Geschichten und vor allem mit Menschen, die mir verbunden sind.
Die Tickets gibt es ab dem 4. August ausschließlich in der Rösterei zu kaufen. Ich habe dafür ganz besondere Karten vorbereitet, die schon ein kleines Stück dieses Abends in sich tragen sollen. Ich würde mich sehr freuen, euch dort wiederzusehen. Und wenn ihr Lust habt, erzählt gerne anderen davon und macht ein bisschen Werbung für das Konzert.
Auch wenn die Aufregung jetzt langsam wieder zurückkehrt: Vielleicht gehört genau das ja dazu. Vielleicht ist dieses Kribbeln ein Zeichen dafür, dass etwas wieder seinen Platz gefunden hat. Ich freue mich sehr auf diesen Abend und darauf, viele bekannte Gesichter wiederzusehen.
Euer Sven
Sven Tasch – Pianist | Komponist | Autor
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